Es beginnt mit »Un film comme les autres« (Jean-Luc Godard und Groupe Dziga Vertov, 1968), der allgemeinen Unruhe des »Pariser Mai« entstammend, woraus die Transkription des Textes folgt, um diesen in einen anderen Raum zu überführen.
Die Distanz, die beim Medium Film gegeben ist, wird überwunden. Durch eine direkte Konfrontation wird der Inhalt dem Publikum nähergebracht, ein direktes Berühren möglich und damit ein ungleiches Hervorrufen von Emotionen, Erinnerungen, Gedanken.


»Man muss ein Ideal haben, das ist sehr wichtig« ist, wenn auch mittels appropriiertem historischem Material, gleichsam Analyse bestehender Verhältnisse; ist Kommentar, ein Erinnern, ein Appell gegen das Dahindämmern. Für mild ironische Sprüche und besonnene Parolen, ein Aufruf zum Träumen also. Gegen die Schimären. Eine Distanzzuflucht, zu dem Zwecke demokratischer Erneuerung. Genug der Verdrießlichkeiten, der billigen Moralismen, der Spaltung und des Ausschlusses. Für das Ausbilden einer glänzenden Kollektivität und Integrität, und für kühne Vorstellungen.

 

Jean-Luc Godard und Groupe Dziga Vertov, Un film comme les autres (1968), film stills.

 

Dauer:
ca. 90 Min.

Personen:
Studentin - nennen wir sie »Emma«
Student 1 - nennen wir ihn »Ferdinand«
Student 2 - nennen wir ihn »Max«
Arbeiter 1 - nennen wir ihn »Peter«
Arbeiter 2 - nennen wir ihn »Michael«
Weibliche Stimme aus dem Off - nennen wir sie »Hannah«
Männliche Stimme aus dem Off - nennen wir ihn »Albert«

Szene:
Bühnenraum, je nach Möglichkeit, simpel; Diskussionskreis; Blumentöpfe; Leinwand im Hintergrund; Walkie-Talkies; Coca Cola; Murmelspiel; Fotografie von Mireille Mathieu; altes Radio; Fotografie von Charles de Gaulle; Flugblätter

 

 

 

 

Inhalt:
Drei Student*innen aus Nanterre (FR) diskutieren mit zwei Renault-Fabrikarbeiter*innen über die Ereignisse im Mai 1968. Sie versuchen zu ergründen, was passiert ist, vor allem aber, was nicht geschehen ist. Warum haben sich die gemeinsamen Streikparteien so sehr voneinander entfernt?


Das Thema der Performance ist in erster Linie die lebendige Sprache der Diskussionsgruppe, ihr Stottern, ihre Sackgassen, ihre Überschneidungen, Wiederholungen, ihre Naivität, ihr Engagement.


 

»Man muss Teil der Geschichte werden,

um sie zu verstehen.«