Es ist ein Begehren, sich die Welt anzueignen. Mimetisch-performativ verleiben wir uns Bilder ein – Bilder, die unser Blick erst erzeugt. Weil Sicht Ansicht bedeutet und stets ein chiastisches Modell der Blickverschränkung wirkt, existieren Überkreuzungen zwischen den Dingen und den in den Körper eingebundenen Augen.

 

Plastizität meint Körperlichkeit und Schwerkraft. Unsere volle physische Teilnahme ist erfordert. Sinnlichkeit meint Blick, der ein unbewusstes Berühren impliziert, und Mythos(1): Dieser ist eine Weise des Bedeutens, eine Form, kein Objekt, kein Begriff, keine Idee.

 

»Embodied Synergies« bilden sich anhand folgender thematischen Setzungen: Autonomous Gaze, Transitory Space, Processes, Collaborations and Otherness, Exhibition Politics_Soundbox, Objective Point of View, Textend, Field Guide and Sublimation.

 

Entlang der Achse Bild – Blick – Körper vollzieht sich soziales Handeln: Inszenierung und Aufführung des Körpers. Die sprachliche und ästhetische Dimension des Performativen treten in Erscheinung. Bilder haben eine in ihrer Bildlichkeit liegende, nicht reduzierbare Qualität, die den Betrachter/die Betrachterin immer wieder auf die Bildlichkeit des Bildes verweist. Hier liegt in der ästhetischen Erfahrung auch die Erfahrung des Anderen, die Rimbaud so überzeugend gefasst hat: »Je est un autre.«(2)

 

»Die Bilder wissen etwas von uns, was wir nicht wissen.«(3)

 

Bevor sich unsere bewusste Wahrnehmung auf die Dinge richtet, sehen die Dinge uns an. Durch das Wirken von Bild – Körper – Medium werden äußere/innere Bilder provoziert. Dieser Prozess weist den Körper als »Ort der Bilder«(4) aus.

 


(1) Roland Barthes

(2) Christoph Wulf, Jörg Zirfaß

(3) René Char

(4) Hans Belting